Der Gaswäscheteststand dient zur Entwicklung von Verfahren, welche unerwünschte Gasbestandteile („Störstoffe“) aus Gasströmen entfernen. Mithilfe von Massendurchflussreglern können verschiedene Gasgemische präzise eingestellt und so reale Abgasströme nachgebildet werden.
Die Reinigung erfolgt in einem Rührkesselreaktor durch oxidative Wäsche. Dabei werden die störenden Gasbestandteile in einer Flüssigkeit chemisch umgesetzt und dadurch entfernt. Um den Ablauf der Reaktion genau verfolgen zu können, ist der Reaktor mit in situ-Sensorik ausgestattet. Diese misst kontinuierlich Druck, Temperatur, pH-Wert, Redoxpotenzial sowie Leitfähigkeit und liefert somit wichtige Informationen über den Zustand der Reaktionslösung.
Über eine integrierte Dosierstation können Oxidationsmittel sowie Säuren oder Laugen zugegeben werden. Dadurch lassen sich pH-Wert und Konzentration des Oxidationsmittels bei Bedarf während des Versuchs stabil halten oder gezielt verändern.
Am Ein- und Ausgang des Reaktors wird die Zusammensetzung der Gase mit einem Gaschromatographen analysiert. So kann ermittelt werden, wie stark die Störstoffe im Reaktor abgebaut wurden. Zusätzlich können über ein Bodenventil während der laufenden Reaktion Flüssigproben entnommen werden. Diese ermöglichen die Bestimmung des zeitlichen Konzentrationsverlaufs des Oxidationsmittels sowie der entstehenden Reaktionsprodukte.
Die gewonnenen Daten liefern wichtige Informationen über die Wirksamkeit der Störstoffentfernung, den Verbrauch des Oxidationsmittels und die Geschwindigkeit der chemischen Reaktion. Außerdem lassen sich das Produktspektrum und die Selektivitäten der gebildeten Stoffe bewerten. Dadurch eignet sich die Anlage ideal, um Reinigungsprozesse zu entwickeln, zu optimieren und zu bewerten.
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